Tag 2 bei Jappy


Mir ist noch immer nicht ganz klar, was ich bei Jappy.de soll, außer natürlich meinen Freunden die Gelegenheit zu geben, mich in ihren Freundeslisten zu verlinken. Also gehe ich auf die Suche nach dem verwertbaren Sinn dieser Community. Gleichaltrige des anderen Geschlechts sind schnell gefunden und ich schaue mir einfach mal ein paar Profile meiner Mit-Jappyaner an. Als erstes fällt auf, es mangelt massiv an einem Verständnis der deutschen Sprache. Seltsame Anglizismen und Buchstabensalate zieren Profile und Gästebücher. Glitzer- und andere verspielte Bildchen verstopfen die Seiten, die eigentlich der Kommunikation dienen sollen. Sollen sie das wirklich?

Ich habe mindestens 300 Profile angesehen und fast eben so viele sofort wieder verlassen. Glitter und dummes Geschwätz wohin das Auge schaut. Habe ich bei der Registrierung etwa überlesen, dass das menschliche Gehirn am Eingang abgegeben werden sollte? Ich sollte mir die Nutzungsregeln unbedingt noch einmal durchlesen.

Kaum erspähen die Häscher unter den Mitgliedern meinen Namen in der Besucherliste des eigenen Profils, stürzen sie sich wie die Aasgeier auf mein Gästebuch und drängeln sich gegenseitig aus dem Weg, um ihre glitzernden Alpträume ins Gästebuch zu nageln.

Es ist bekannt, dass Männer häufig <schwanzgesteuert> denken, wenn überhaupt. Aber viele Frauen auf Jappy.de stehen dem scheinbar in nichts nach. In meinem Gästebuch tauchen plötzlich Bilder mit sexuellen Handlungen auf, die für Jugendliche unter 16 Jahren mit Sicherheit nicht geeignet sind. Autoren dieser Einträge sind meist Damen über 40, die scheinbar daheim keine sexuelle Erfüllung mehr erleben und diese nun bei Jappy suchen. Auch per e-Mail - via Jappy - bekomme ich, als Mitdreißiger, derart deutliche Angebote, dass es mir die Sprache verschlägt. Das bisher beste Beispiel liefert eine 43jährige aus dem Nordwesten, die mich per Jappy-Mail ungeniert fragt, ob wir nicht *ficken* wollen würden. Hatte ich nicht in meinem Profil geschrieben, dass ich nicht zu haben bin? Bei Jappy juckt das scheinbar nicht einmal Frauen. Ob die das auch beruflich machen? Dann verdienen sie im Erfolgsfalle sogar daran, aber so? Wenigstens gibt es eine Ignorierliste.


19.2.08 00:21

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