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Jappy & Ich


Nun habe auch ich dem Drängen von Freunden nachgegeben und mich bei Jappy.de registriert. Über meine Erfahrungen dort wird nun hier zu lesen sein. Vorweg gleich die Information, dass ich streckenweise entsetzt bin, was für Leute sich dort tummeln. Es gibt dort zwar auch einige sehr bemerkenswerte Persönlichkeiten, aber das Gros bringt mich immer wieder zum Grübeln. Und an einigen Situationen möchte ich euch gern teilhaben lassen. Da Jappy kritische Mitglieder sofort sperrt und auch die Mitglieder Persönlichkeitsrechte haben, werden die hier genannten Zeiträume und Mitgliedernamen nicht real sein.

18.2.08 23:41, kommentieren

Tag 1 bei Jappy


Es ist Dienstag, spät am Abend, und ich folge den Wünschen meiner Freunde und melde bei Jappy.de einen neuen Account an. Ich habe noch nicht einmal den Link in der Bestätigungsmail angeklickt, da macht sich schon der erste Eintrag in meinem neuen Jappy-Gästebuch breit. Ich bin eigentlich jemand, der regelmäßig duscht, aber wie ist es dann zu erklären, dass man mich meilenweit kommen riecht? Aber schnell stellt sich heraus, dass das Überfallkommando aus seltsamen Figuren besteht, die auf der Jagd nach eigenen Gästebucheinträgen neue so genannte Jappyaner überrumpeln und um eigene Einträge betteln.

Schnell wird klar, hier tobt ein Kampf. Ein Kampf um den schnellstmöglich erreichten Rang 99, der bei Jappy das Höchste der Gefühle zu sein scheint. Noch hat diesen Rang niemand erreicht, aber Tausende streben danach, als sei der ominöse Rang 99 die Erlösung des Herrn.

18.2.08 23:57, kommentieren

Tag 2 bei Jappy


Mir ist noch immer nicht ganz klar, was ich bei Jappy.de soll, außer natürlich meinen Freunden die Gelegenheit zu geben, mich in ihren Freundeslisten zu verlinken. Also gehe ich auf die Suche nach dem verwertbaren Sinn dieser Community. Gleichaltrige des anderen Geschlechts sind schnell gefunden und ich schaue mir einfach mal ein paar Profile meiner Mit-Jappyaner an. Als erstes fällt auf, es mangelt massiv an einem Verständnis der deutschen Sprache. Seltsame Anglizismen und Buchstabensalate zieren Profile und Gästebücher. Glitzer- und andere verspielte Bildchen verstopfen die Seiten, die eigentlich der Kommunikation dienen sollen. Sollen sie das wirklich?

Ich habe mindestens 300 Profile angesehen und fast eben so viele sofort wieder verlassen. Glitter und dummes Geschwätz wohin das Auge schaut. Habe ich bei der Registrierung etwa überlesen, dass das menschliche Gehirn am Eingang abgegeben werden sollte? Ich sollte mir die Nutzungsregeln unbedingt noch einmal durchlesen.

Kaum erspähen die Häscher unter den Mitgliedern meinen Namen in der Besucherliste des eigenen Profils, stürzen sie sich wie die Aasgeier auf mein Gästebuch und drängeln sich gegenseitig aus dem Weg, um ihre glitzernden Alpträume ins Gästebuch zu nageln.

Es ist bekannt, dass Männer häufig <schwanzgesteuert> denken, wenn überhaupt. Aber viele Frauen auf Jappy.de stehen dem scheinbar in nichts nach. In meinem Gästebuch tauchen plötzlich Bilder mit sexuellen Handlungen auf, die für Jugendliche unter 16 Jahren mit Sicherheit nicht geeignet sind. Autoren dieser Einträge sind meist Damen über 40, die scheinbar daheim keine sexuelle Erfüllung mehr erleben und diese nun bei Jappy suchen. Auch per e-Mail - via Jappy - bekomme ich, als Mitdreißiger, derart deutliche Angebote, dass es mir die Sprache verschlägt. Das bisher beste Beispiel liefert eine 43jährige aus dem Nordwesten, die mich per Jappy-Mail ungeniert fragt, ob wir nicht *ficken* wollen würden. Hatte ich nicht in meinem Profil geschrieben, dass ich nicht zu haben bin? Bei Jappy juckt das scheinbar nicht einmal Frauen. Ob die das auch beruflich machen? Dann verdienen sie im Erfolgsfalle sogar daran, aber so? Wenigstens gibt es eine Ignorierliste.


19.2.08 00:21, kommentieren


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